bbb: integration in die nextcloud

[ geschrieben am 09.05.2020 in blog: der maschinist | tags: #, #, #, #, #, #, #, #, # ]

auf bbb: home schooling in corona-zeiten (1/2) beschrieb ich, wie man mit einfachen mitteln den videokonferenzserver “bigbluebutton” (bbb) aufsetzen kann. setzt man bereits eine nextcloud ein, so ist es kinderleicht, beide server miteinander zu verbandeln.

hierzu ist es lediglich notwendig, das nextcloud-addon bigbluebutton integration zu installieren, zu aktivieren und unter “einstellungen” > “zusätzliche einstellungen” api-url und -key zu hinterlegen (und natürlich zu speichern). beide bringt man im bbb-server-terminal mit dem befehl bbb-conf --secret in erfahrung.

ist dies passiert, lässt sich nun in via “einstellungen” > “bigbluebutton” ein konferenzraum erstellen und per klick auf das play-symbol (►) betreten.

auf diese weise verbundene nutzer*innen benötigen kein konto auf dem bbb-server.

der vorteil des verbundbetriebs von nextcloud und bbb liegt auf der hand: im gegensatz zum populären nextcloud-videoconferencing-addon “talk” (früher “spreed”) gibt es hier mehr als nur vier teilnehmer “für lau”. bbb arbeitet ohne limit – es definiert sich lediglich durch die serverleistung selbst und dessen verfügbare internetbandbreite.

wollte man nextcloud talk für eine über das genannte limit hinausgehende zahl von sitzungsteilnehmer*innen ermöglichen, müsste man hierfür eine sogenannte “nextcloud enterprise subscription” für 1900€ pro jahr (bis 50 user) oder mehr erwerben.

nachtrag:
 
wie golem.de vor wenigen tagen berichtete, wird mit version 9 der nextcloud-videoconferencing-erweiterung “talk” eine vereinfachung des lizenzmodells kommen, die auch größere videokonferenzen ermöglicht. das hierfür notwendige “high performance back-end” wird als opensource verfügbar gemacht und ermöglicht damit bis zu 50 teilnehmende, ohne dass -wie bisher- das schon recht kostenintensive buchen eines enterprise-plans notwendig ist.
 
wie nextcloud im von golem.de verlinkten blog-beitrag schreiben, sollen insbesondere schulen und andere öffentliche einrichtungen in die lage gebracht werden, nextcloud talk als option für home schooling, hybrid schooling und home office in erwägung zu ziehen.
 
insgesamt definitiv eine sinnvolle entwicklung, wenngleich ich persönlich nach wie vor eher für bigbluebutton votieren würde. in jedem falle ist eine selbst gehostete, auf opensource basierende lösung, egal ob bigbluebutton, jitsi meet oder nextcloud talk, jedem außereuropäischen, nicht dsgvo-konformen kommerziellen dienstleister vorzuziehen – und öffentliche insitutionen stehen in einer besonderen pflicht, was den schutz der bürgerdaten angeht, wie zuletzt auch die berliner datenschutzbeauftragte maja smoltczyk nochmal erneut bekräftigte.

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